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04.09.2020

(Meer)Strandaster


(Meer)Strandaster

Sterne vom Himmel geholt…

 

Nach einer Legende sandte Gott dem Jesuskind einen Engel als Spielgefährten. Der Engel erzählte dem Jesuskind von den Sternen am Himmel, die seine Blumen wären. Jesus wiederum erzählte seinem Freund Johannes davon und schenkte ihm ein hell schimmerndes Samenkorn. Voller Eifer säte Johannes das Samenkorn in seinem Garten aus. Als eine schöne Sternenblume daraus erwuchs und im Herbst erblühte, erhielt sie den himmlischen Namen „Aster“ (Lateinisch –> übersetzt „Stern“). Eine abgekürzte Version erzählt, dass die Götter Sternenstaub auf der Erde verteilten, aus denen die Astern mit ihren Sternen-Blüten hervorgingen, um damit an ihre Herkunft erinnern.

 

 

 

Die Strandaster heißt wissenschaftlich Aster tripolium. „Tripolien“ entstammt einer Beschreibung des Dioskurides: Er behauptete, dass die Astern morgens weiß, mittags rot und abends purpurn blühen… Strandastern gehören zu den Korbblütlern: Sie haben eine sehr attraktive Blüte aus gelben Röhren- und hellblau-violetten Zungenblüten, die vor allem Insekten anlocken soll. Rund 25 Insektenarten leben von bzw. in der Pflanze.

 

Da Strandastern die letzten Pflanzen sind, die in der Salzwiese zum Erblühen kommen, verkünden sie das Ende des Sommers.

 

 

Die Strandaster bevorzugt feuchte Böden. Theoretisch wächst sie auf salzarmen Böden besser, wird aber dort von anderen Pflanzen verdrängt. Sie bevorzugt brackige Flussmündungen (dort ist weniger Salz im Boden als im Meer, aber dennoch zu viel Salz für konkurrierende Süß-Pflanzen) und wird dort bis zu zwei Meter hoch. Sie bildet richtige Auenwälder – eine gewaltige Ingenieursleistung der Natur. Verglichen mit menschlicher Ingenieurskunst würde dies bedeuten, dass ein Gebäude von zehn Quadratmeter Fläche ein bis zwei Kilometer(!) hoch gebaut werden müsste!

Auf beweideten Flächen oder unseren inseleigenen (salzigen) Salzwiesen allerdings bleibt die Strandaster klein und bescheiden in Bodennähe.

 

Um auf den salzigen Standorten klar zu kommen, hat die Strandaster verschiedene Tricks:

1. Sie ist eine zweijährige Pflanze: Im ersten Jahr bleibt die Pflanze nur grün und setzt in den Aufbau der vegetativen Organe, lagert z.B. viele Speicherstoffe in der Wurzel ein. Erst im zweiten Jahr werden Fortpflanzungsorgane, d.h. die Blüten, gebildet.
2. Ihre Blätter sind dickfleischig, so dass die Pflanze weniger Wasser verliert und dementsprechend weniger Wasser aufnehmen muss. Die Blätter wurden übrigens früher als Gemüse verspeist.
3. Um mit dem in hohen Konzentrationen schädlichen Salz klar zu kommen, wird überschüssiges Salz in die unteren Stängelblätter eingelagert. Wird der Salzgehalt zu hoch, vergilben die Blätter und sterben ab. Damit ist das Salz entsorgt.
4. Um zu gewährleisten, dass die Samen einen guten/besseren Standort erreichen, werden sie mit Fallschirmchen ausgestattet: Der Kelch der Röhrenblüten wird zum Haarkranz (Pappus) und erinnert an Löwenzahn-Samen.

 


 

Übrigens bedeutet ein Strauß Astern: „Die Erinnerung an dich erhebt mich über die Alltäglichkeit des Lebens“. So holen wir Ihnen zum Wochenende hin nicht nur die Sternen vom Himmel, sondern wünschen darüber hinaus schöne Erinnerungen an Ihre (Urlaubs-)Zeit auf Baltrum!

 

Ihr Nationalpark-Haus Team

 

Karen Kammer


 

 

 


Autor: Sabine Hinrichs
Fotos: Karen Kammer
Quelle: Karen Kammer, Nationalpark-Haus Baltrum